dafür setzen wir uns ein

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

 

inzwischen ist die Wahl zu den berufspolitischen Gremien auch für die Psychotherapeutinnen und -therapeuten zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Oft lässt dies vergessen, dass unserer gegenwärtigen Stellung eine lange und arbeitsreiche gesundheitspolitische Auseinandersetzung vorausging. Erst mit dem Inkrafttreten des Psychotherapeutengesetzes ist es Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten möglich, ihre eigene Vertretung selbst wählen zu können. Damit können wir das Gewicht und auch die Perspektive unserer Profession in der gesundheitspolitischen Debatte weiter verstärken.

 

War dies noch ein erster wichtiger Schritt zur Professionalisierung der beiden Heilberufe PP und KJP, so genießen mittlerweile beide Berufe eine breite Anerkennung und sind zu einem wichtigen Element in der Gesundheitsversorgung geworden. Dieser Weg soll sich auch in Zukunft weiter etablieren.

 

Insbesondere die Profession des Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten hatte sich als eigener Heilberuf noch zu behaupten und zu festigen. Wie andere Tätigkeiten in diesem Arbeitsfeld muss sich auch die therapeutische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen immer wieder damit auseinandersetzen, dass die Altersgruppe der nachwachsenden Generation auf dem Weg zur Volljährigkeit noch keine große Lobby hat und daher die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen nach allen Seiten um ihre angemessene Anerkennung kämpfen muss. Zwar haben die im Verlauf der Umsetzung des PsychthG neu gegründeten Kammern in den letzten Jahren viel für die gesellschaftliche Anerkennung der Psychotherapie erreicht und haben in den gesundheits- und sozialpolitischen Diskussionen den Blick für die Leistungen von angestellten und niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen bei der Behandlung psychisch Kranker deutlich erweitert. Doch insbesondere die psychotherapeutische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen muss sich latent gegen unqualifizierte Angriffe wehren, obwohl die Versorgungsforschung in den letzten Jahren deren Erfolge nachhaltig hat deutlich werden lassen.

 

"Der Beruf des Kinder- und Jugendlichen-psychotherapeuten ist inzwischen anerkannt und wird diese Anerkennung auch weiterhin gegen unqualifizierte Angriffe verteidigen müssen."

 

Engagierten wir uns in den letzten Jahren noch intensiv für die Erhaltung des eigenen Heilberufs KJP, so erleben wir inzwischen, dass die Grundlagen und die Inhalte der gegenwärtigen Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie strukturell in Frage gestellt sind, weil sich der Zugang zur Ausbildung auf wenige Studienfächer zu verengen droht.

 

Wir sehen daher eine unserer zukünftigen Aufgaben darin, den breiten Zugang zu dem Beruf des Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten zu erhalten, damit sich auch weiterhin die Psychotherapie aus mehreren Wissenschaftsgebieten speist: Pädagogik, Psychologie und Medizin bilden ein Fundament, auf deren Erfahrungswissen die Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie seit über 100 Jahren aufbaut. Der Alltag in unseren Praxen bestätigt, dass diese interdisziplinäre Zusammenschau das Fundament bildet, um Heranwachsende in ihrem familiären und in ihrem sozialen Umfeld verstehen und behandeln zu können.

 

"Unter Professionalitätsgesichtspunkten muss die Kinder- und Jugendlichen-psychotherapie die Ausbildung der nachfolgenden Generationen selbst organisieren, gestalten und verantworten."

 

Die aktuelle Auseinandersetzung um die Zukunft der Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie als eigenständige Tätigkeit mit spezifischen Anforderungen macht deutlich, dass sich die Diskussion um die Frage nach der fachlichen und politischen Anerkennung einerseits weiter entwickelt hat. In diesem Prozess ist es gelungen eine 20%-Quote für Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie durchzusetzen, auch wenn das Ziel einer getrennten Bedarfsplanung damit noch immer nicht erreicht werden konnte.

 

Der Erfolg hat jedoch auch eine Kehrseite, die die spezifischen Ansprüche an unsere Arbeit leugnet: Der Versuch der Vereinnahmung der KJP durch die Idee einer Einheitspsychotherapie, welche in der Konsequenz auch die bisherige Verfahrensorientierung der Psychotherapie in Frage stellt, macht deutlich, dass einerseits die Begehrlichkeiten auf diesem Arbeitsfeld sehr groß sind, andererseits jedoch die qualitativen Spezifika (Verfahren und Altersspezifika), die vor allem dazu geführt hatten, den eigenständigen Heilberuf des KJP zu schaffen, gegenwärtig noch immer nicht die angemessene Berücksichtigung finden. Es scheint noch immer so, als würden die, die sich die Befähigung erarbeitet haben, Kinder zu behandeln, außerhalb wie sogar innerhalb der Profession geringer wertgeschätzt. Noch immer wird die Behandlung von Kindern im Gesundheitswesen weniger geachtet. Noch immer wird dieser Beruf als „Gedöns“, dem sich Frauen widmen, abqualifiziert.

 

Für uns als Psychodynamische Liste Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie Hessen ist dies ein weiterer Grund, sich noch intensiver für die Wertschätzung unserer anspruchsvollen Tätigkeit einzusetzen und die fachlich fundierte Anerkennung unserer Tätigkeit in den Vordergrund zu stellen. Daher sind wir auch weiterhin sowohl fachlich, als auch berufspolitisch in unserem eigenen Interesse gefordert, uns in öffentliche Debatten einzumischen und auf dem Gebiet der Gesundheitsversorgung in Konkurrenz zu Anderen - auch innerhalb der Profession - zu treten. All dies erfordert einen hohen politischen Organisationsgrad, dessen Grundlage und Zielsetzung sich aus der fachlich-inhaltlichen Fundierung speist, gleichzeitig jedoch die Begrenzung der Realität berücksichtigt.

 

Im Zuge der Wahlen für die Hesssiche Landeskammer bitten wir Sie daher, sich für eine starke Vertretung der KJPs in Hessen einzusetzen und der Psychodynamischen Liste KJP Ihre beiden Stimmen zu geben.

 

Unsere Vertreter der psychodynamischen Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie sahen sich in den letzten Jahren zunehmend mit erheblichen Vorbehalten gegenüber ihren fachlichen Ansprüchen (oder Fähigkeiten?) konfrontiert. Neben den Besonderheiten der Behandlung von Kindern und Jugendlichen, die sich an das Freudsche „Junktim von Heilen und Forschen“ anlehnt, und daher auch nicht einfach den Programmen manualisierter Behandlungsstrategien folgt, sahen sich die Vertreter tiefenpsychologischer und psychoanalytischer Verfahren polemischen Angriffen ausgesetzt, die in Art und auch im Umfang jegliche Einsicht in die professionelle klinische Arbeit vermissen ließen. Die Angriffe aus dem Elfenbeinturm der Universitäten hinterließen eher den Eindruck, dass die alltägliche Arbeit im Feld der Psychotherapie mit Kinder, Jugendlichen und deren begleitendem Umfeld noch immer nicht ausreichend bekannt, beforscht und nachhaltig verstanden ist.

 

Ein wichtiger Erfolg ist sicher, wesentlich dazu beigetragen zu haben, der Tiefenpsychologie und der Psychoanalyse – ihrem verstehensorientierten Denken und ihren komplexen Erfordernissen – in den Gremien der Kammer eine bedeutende Stimme gegeben zu haben. Dies muss auch in der Zukunft gewährleistet bleiben, um dieser besonderen Tätigkeit in der Behandlung von Kindern und Jugendlichen den Einfluss zu erhalten.

 

 

"Psychodynamisches Verstehen und die Arbeit mit unbewussten Prozessen bilden wesentliche Gesichtspunkte unserer täglichen Arbeit in der Praxis und werden für uns zugleich im Kontext ihrer kulturellen Zusammenhänge einsichtig. Die Bedeutung der Kindheit, die Umgangsweise der Gesellschaft mit Kindern und Jugendlichen, besonders dann, wenn sie psychisch beeinträchtigt, verstört und erkrankt sind, muss sich in den gesundheitspolitischen Gremien zeigen und dort repräsentiert sein. Denn die Zukunft der Gesellschaft nimmt immer ihren Anfang bei den Kindern und deren gesunder Lebensgrundlage."

 

Unter verschiedenen Gesichtspunkten wird die Tätigkeit der Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie auch zukünftig offensiv vertreten werden müssen:

 

  • Die Zunahme psychischer Erkrankungen hat zwar einerseits zu einer vermehrten Akzeptanz von psychotherapeutischen Behandlungen geführt, doch gleichsam hat die Abgabe von Medikamenten insbesondere bei Kindern und Jugendlichen unverhältnismäßig stark zugenommen. Art und Umfang der Behandlung müssen immer wieder hinterfragt werden. Denn noch immer gilt die pharmakologische Behandlung zu oft als Mittel der ersten Wahl.
  • Die psychische Belastung für Kinder und für Jugendliche hat in den letzten Jahren enorm zugenommen, was sich auch in der Zunahme der Erkrankungen zeigt, die oft psychische Ursachen haben und sich in seelischen Krisen ebenso zeigen wie in somatischen Symptomen ihren Ausdruck finden. Als akademischer Heilberuf hat die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie hier auch die Verantwortung, der Gesellschaft diese krankmachende Entwicklung ins Bewusstsein zu rufen.
  • Der Bedarf an Psychotherapie für Kinder und Jugendliche ist in vielen Regionen noch immer nicht hinreichend gedeckt.
  • Die Migration nach Europa verlangt nach Antworten, die insbesondere auch die Psychotherapie von Kindern und Jugendlichen betreffen. Es müssen Überlegungen zu einer hinreichend guten Behandlung von traumatisierten Kindern und Jugendlichen im familiären Rahmen gefunden werden.
  • Es müssen im Zuge dieser Entwicklung Möglichkeiten zur Versorgung von unbegleiteten Minderjährigen geschaffen werden.

 

  • Die Zusammenarbeit mit anderen Hilfeeinrichtungen (Jugendhilfe, Jugendgerichtshilfe, Beratungsstellen) muss deutlich verbessert und institutionell gefördert werden.
  • Die Versorgung und die Behandlungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen müssen besser beforscht werden. Hierzu müssen ausreichend Forschungsmittel zur Verfügung gestellt werden, um die Vielfalt der Möglichkeiten ausloten zu können.
  • Bei der Besetzung von Lehrstühlen an den Hochschulen müssen klinisch tätige Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten berücksichtigt werden, die eine tiefenpsychologische und/oder eine psychoanalytische Fachkunde besitzen.
  • Die Reform der Ausbildung muss sowohl die an den praktischen Erfahrungen gewonnenen Inhalte für die KJP aufnehmen und integrieren und darf nicht zu einer Normierung der therapeutischen Arbeit führen. Das pädagogische Erfahrungswissen darf nicht durch ein Übermaß an akademischer Psychologie, die ja nur einen Aspekt der Krankheitslehre repräsentiert, ausgetrocknet werden. Die verschiedenen Grundwissenschaften der Psychotherapie sollten gleichberechtigt gelehrt werden.
  • Die gegenwärtigen Entwicklungen in der Diskussion um Zugang und Inhalt der Aus- und Weiterbildung von Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten auf Landes- wie auch auf Bundesebene drohen bewährte qualitativ hochwertige Standards in der Ausbildung zu gefährden. Die avisierten allgemeinen Standards der Psychotherapie drohen die Besonderheiten der Behandlung von Kindern und Jugendlichen zu normieren und insbesondere die Qualität von psychodynamisch begründeten Verfahren zu unterlaufen.

 

Die analytische und die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen wird auch weiterhin ihre Besonderheiten nach mehreren Seiten behaupten müssen, um nicht als vernachlässigbarer Sonderaspekt der allgemeinen Psychotherapie subsumiert zu werden.

 

"Die psychotherapeutische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Institution und Praxis braucht eine starke Lobby, um neben der berufsrechtlichen Verankerung auch die gesellschaftliche Bedeutsamkeit dieser Tätigkeit in ihren vielfältigen Aspekten als Prävention, Intervention und Rehabilitation hervor zu heben."

 

Die Liste Psychodynamische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie Hessen setzt sich vor diesem Hintergrund folgende Ziele für die kommende Legislaturperiode:

 

Die Eigenständigkeit der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie mit ihrem spezifischen Anforderungsprofil muss erhalten bleiben. Hierzu bedarf es der Erhaltung der bewährten fachlichen Grundvoraussetzungen und der Vermittlung spezifischer Inhalte in eigenen Aus- und Weiterbildungsgängen. Eine vorwiegend universitär geprägte Ausbildung kann diesen Ansprüchen nicht genügen, daher müssen die Ausbildungsinstitute weiterhin mit ihren Erfahrungen federführend in den Reformkonzepten berücksichtigt werden.

 

Unsere praktischen und berufspolitischen Erfahrungen bestätigen stets aufs Neue, wie wichtig es ist, die Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie als eigenes Arbeitsgebiet offensiv auf allen gesellschaftlichen Ebenen zu erhalten und zu vertreten. Die Diskussion um die Zukunft der Psychotherapie und die Entwicklung der Ausbildung steht auch nach dem Beschluss des 25. Deutschen Psychotherapeutentages für eine Ausbildungsreform mit dem Ziel einer zweiphasigen Berufsqualifizierung nicht still.

 

Einige der KollegInnen, die auf unserer Liste kandidieren, haben in den letzten Monaten mit ihrer inhaltlichen Arbeit zahlreiche Anstöße zur Diskussion der Ausbildungsreform gegeben und möchten dies auch in Zukunft im Sinne der bewährten Inhalte unserer Arbeit tun.

 

Als KJPs sind wir zwar eine im Verhältnis zu den Psychologischen Psychotherapeuten kleine Gruppe, die sich jedoch gerade aus diesem Grund in der Landeskammer der inhaltlichen Auseinandersetzung immer wieder neu stellen muss, um das eigene Profil mit seinem geisteswissenschaftlich-pädagogischen Hintergrund zu erhalten, weiter zu entwickeln und sich fachlich gegen die immer noch existierende Meinung, die KJPs als eigene Berufsgruppe sei marginal, zu positionieren.

 

Auf unsere Initiative hin wurde daher schon in der ersten Legislaturperiode die „Ständige Arbeitsgruppe KJP“ der Hess. Kammer eingerichtet – bestehend aus allen KJP-Funktionsträgern, die in den verschiedenen Gremien vereinzelt operieren müssen. Diese AG wurde in Hessen in der Satzung als festes Gremium verankert, und kann daher auch nicht ohne qualifizierte Mehrheit aufgelöst werden. Dies war insbesondere in der letzten Legislatur eine wichtige Hürde, da einigen KollegInnen die Diskussionsfreude der KJP AG ein Dorn im Auge zu sein schien.

 

Auch wenn Einzelnen dieses Gremium in seiner Bedeutung zu weit ging, so hat sich gerade darin die Notwendigkeit gezeigt, dass Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten mit einem eigenen Forum in der Hessischen Landeskammer mit einer eigenen gemeinsamen Stimme zu sprechen in der Lage sind.

 

Wenn sich die psychodynamischen KollegInnen sich in ihrer fachlichen Kompetenz einmischen, stoßen sie noch immer oft auf ideologische Vorbehalte und benötigen daher eine starke Vertretung in den zentralen Gremien der Kammer. Nur über die Anerkennung der Differenz, die fachlich begründet sein sollte, lässt sich eine konstruktive Kooperation im Diskurs entwickeln, aus der sich weitere fachliche Auseinandersetzungen ergeben können. Die fachliche Kompetenz sollte unseres Erachtens in der Kammer die oft unausweichlichen Differenzen in den berufspolitischen Diskussionen bestimmen.

 

"Um unsere umfassende Qualifikation zu erhalten, werden wir dafür eintreten, dass bei einer Reformierung der Ausbildung im Rahmen der Überarbeitung des Psychotherapeutengesetzes die Spezifika der Behandlungsinhalte nicht zugunsten einer Angleichung an die Ausbildung zum Erwachsenenpsychotherapeuten aufgegeben werden. Die hohen Ausbildungsstandards müssen zugunsten der Erhaltung unseres Heilberufes verteidigt werden und dürfen nicht kurzfristigen gesundheitspolitischen Szenarien geopfert werden."

 

Neben der umfangreichen Selbsterfahrung und einer umfassenden theoretischen Ausbildung stellen die Vorerfahrungen insbesondere im (sozial-)pädagogischen Bereich eine wesentliche Voraussetzung für die Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten dar, um entwicklungsfördernd, analytisch fundiert arbeiten und Entwicklungsstörungen psychodynamisch aufnehmen und verstehen zu können.

 

"Die pädagogischen Grundberufe als eine Eingangsvoraussetzung zur Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten müssen unbedingt erhalten bleiben."

 

Als Vertreter der psychodynamischen Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie sind wir entschieden der Auffassung, dass das Berufsbild des Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten ohne pädagogische und sozialwissenschaftliche Wurzeln nicht vorstellbar ist. Dies entspricht nicht nur historisch der Entwicklung unseres Berufsstandes, sondern ist fachlich begründet (zuletzt bestätigt durch das Forschungsgutachten des BMG 2009): Die erste Generation der Kinderanalytiker in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts und nach dem zweiten Weltkrieg, die ersten analytisch und tiefenpsychologisch orientierten Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten waren engagierte Pädagogen, die sich in ihrem beruflichen Alltag mit schwerwiegend beeinträchtigten Kindern konfrontiert sahen. Erst deren im (sozial-) pädagogischen Berufsfeld gewonnenen Erfahrungen und Einsichten und die damit einhergehenden Reflexionen über die Heranwachsenden und die eigene Haltung zu ihnen (im Verbund mit dem stetig wachsenden Wissen aus Entwicklungspsychologie, Bindungs- und Kleinkindforschung bis hin zur Neurobiologie) führten zu unserem heutigen Berufsbild.

 

"Die 100-jährige Tradition der Kinderpsychotherapie spiegelt sich in den bis heute gültigen Grundlagen unseres Berufs wider: Pädagogen bringen durch ihren breitgefächerten wissenschaftlichen Horizont und ihre genauen Kenntnisse und Erfahrungen der „normalen“ Entwicklung des Kindes eine besondere Motivation und Befähigung für die Arbeit mit psychisch erkrankten Kindern und Jugendlichen mit."

 

Die Ergebnisse des Forschungsgutachtens vom BMG von 2009 bestätigen, dass die derzeitige Versorgung von psychisch kranken Kindern und Jugendlichen durch KJPs fachlich auf hohem Niveau gewährleistet ist. Die vorwiegend von tiefenpsychologisch orientierten und psychoanalytisch ausgebildeten KollegInnen garantierte Versorgung von Kindern und Jugendlichen ist qualitativ hochwertig und effizient.

 

"Der Versuch der Entwertung der bewährten psychoanalytischen und tiefenpsychologisch fundierten Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie, die im Rahmen der ambulanten Versorgung nach wie vor überwiegend die psychotherapeutische Behandlung von Kindern und Jugendlichen garantiert, widerspricht den Erfahrungen in der Praxis. Die Erfahrung der psychodynamisch arbeitenden KJPs widerspricht in vielen Aspekten den akademischen Hypothesen zur Behandlung von psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen."

 

Die Psychodynamische Liste Kinder- und Jugendlichen- Psychotherapie Hessen setzt auf solidarischen Zusammenhalt unter den Kinder- und Jugendlichen­psycho­thera­peuten und Psychologischen Psychotherapeuten in der Kammer und ist für Kooperation mit anderen Listen und Gruppen offen. Es hat sich in der bisherigen Zusammenarbeit in der Hessischen Psychotherapeutenkammer gezeigt, dass hierbei insbesondere die Zusammenarbeit mit der Psychodynamischen Liste (PP) wegen des gemeinsamen Vorrangs psychodynamischer Inhalte fruchtbar war. Differenzen werden auch zukünftig fachlich ausgetragen und sind von wechselseitigem Respekt getragen.

 

Im Zuge einer sich verschärfenden Diskussion um Rationalisierungsprozesse im Gesundheitswesen sehen wir uns vermehrt Konflikten gegenüber, die es notwendig machen, stabile Bündnisse zu entwickeln. Daher erwarten wir auch die Fortsetzung von bisherigen erfolgreichen Kooperationen, in denen wir unser eigenes Profil umso deutlicher werden zeigen müssen.

 

Zugleich hoffen wir auf die Fundierung neuer Kooperationen mit den anderen KJP-Listen und hoffen dadurch eine stabiles KJP-Bündnis für die zukünftigen Aufgaben aufbauen zu können. Hierfür benötigen wir Ihre beiden Stimmen.

 

Wir bitten Sie um Ihre beiden Stimmen.

 

Die anstehenden Aufgaben können wir nicht alleine bewältigen. Wir wollen daher auch in der neuen Legisla­turperiode insbesondere die Kooperation mit der Psychodynamischen Liste PP suchen und mit den Gruppierungen in der Kammer zusammenarbeiten, die uns als eigener Heilberuf KJP respektieren.

 

Die Kandidatinnen und Kandidaten der Liste Psychodynamische Kinder- und Jugendlichen- Psychotherapie Hessen